Karstlandschaft der Schwäbischen Alb

Höhlen, Dolinen und geheimnisvolle Wasserwege

Auf der Schwäbischen Alb verschwindet Wasser vielerorts im Untergrund. Es versickert durch Spalten im Kalkstein, fließt durch unterirdische Hohlräume und tritt andernorts als Quelle wieder zutage. So entstehen Höhlen, Dolinen, Trockentäler und Karstquellen – typische Merkmale einer Karstlandschaft.

Die Verkarstung prägt die Schwäbische Alb seit Jahrmillionen und ist verantwortlich für einige ihrer faszinierendsten Naturphänomene.

Was ist Karst?

Karst bezeichnet eine Landschaft, die durch die Lösung von Gestein wie Kalkstein geprägt ist. Regenwasser nimmt Kohlendioxid aus der Luft und dem Boden auf. Dabei entsteht schwache Kohlensäure, die den Kalkstein langsam auflöst.

Das Wasser dringt durch Risse und Klüfte ins Gestein ein und erweitert diese über lange Zeiträume. So entstehen unterirdische Wasserwege, Hohlräume und ganze Höhlensysteme. Auf der Schwäbischen Alb ist dieser Prozess besonders ausgeprägt, da große Teile ihres Untergrunds aus Kalkgesteinen der Jurazeit bestehen.

So funktioniert Karst: Regenwasser versickert im Kalkstein, fließt durch unterirdische Hohlräume und tritt als Karstquelle wieder zutage. 

© SAT, KI-generiert

Typische Karstformen auf der Schwäbischen Alb

Die Verkarstung hat auf der Schwäbischen Alb eine Vielzahl faszinierender Landschaftsformen geschaffen. Manche sind weithin sichtbar, andere liegen tief verborgen im Untergrund.

Doline

Trichterförmige Vertiefung im Gelände, die durch die Lösung des Kalksteins oder den Einsturz unterirdischer Hohlräume entstehen kann.

Trockental

Ein Tal, durch das heute meist kein Bach mehr fließt. Viele Trockentäler entstanden unter anderen klimatischen Bedingungen, als Wasser häufiger oberirdisch abfloss.

Höhle

Über lange Zeiträume hat Wasser im Kalkstein unterirdische Hohlräume und weit verzweigte Höhlensysteme geschaffen.

Bachversickerung

An manchen Stellen verschwinden ganze Bäche oder Teile von Flüssen im durchlässigen Untergrund – besonders eindrucksvoll bei der Donauversickerung.

Karstquelle

Hier tritt das unterirdisch gesammelte Wasser wieder an die Oberfläche. Die zuweilen tiefblaue Farbe rührt davon her, dass gelöste Kalkpartikel im Wasser das Sonnenlicht brechen. 

Zu den bekanntesten Beispielen gehören der Blautopf und der Aachtopf.

Unter dem Blautopf verbirgt sich eine andere Welt

Mehr als 19 Kilometer erforschte Höhlengänge! Der Blautopf in Blaubeuren ist der sichtbare Ausgang eines gewaltigen unterirdischen Höhlensystems. Hinter der berühmten Karstquelle erstrecken sich wassergefüllte Gänge und riesige Höhlenräume. Besonders beeindruckend ist die sogenannte Apokalypse – eine gewaltige unterirdische Halle. Das verzweigte System wird bis heute weiter erforscht und ist für Besucherinnen und Besucher nicht zugänglich.

Karstlandschaft der Schwäbischen Alb erleben

Die Spuren der Verkarstung begegnen dir auf der Schwäbischen Alb an vielen Orten: in geheimnisvollen Höhlen, an eindrucksvollen Karstquellen oder dort, wo Flüsse scheinbar im Erdboden verschwinden. Einige der faszinierendsten Karstphänomene lassen sich bei Wanderungen und Ausflügen aus nächster Nähe entdecken.