Die Geschichte der Schwäbischen Alb beginnt vor rund 200 Millionen Jahren, als sich auf dem Gebiet des heutigen Mittelgebirges ein warmes Meer erstreckte. Über Millionen von Jahren lagerten sich auf dessen Grund mächtige Gesteinsschichten ab. Später wurden diese angehoben und durch Wasser, Wind und Verwitterung geformt.
So entstand über Jahrmillionen die abwechslungsreiche Landschaft der Schwäbischen Alb, wie es sie heute gibt – mit ihrem markanten Albtrauf, weiten Hochflächen, tief eingeschnittenen Tälern und faszinierenden Höhlensystemen.
Jurameer
Ein Meer, wo heute Berge sind
Auf dem Grund des Jurameeres sammelten sich über Millionen von Jahren Kalkschlamm, Ton und Überreste von Meereslebewesen. Die Ablagerungen verfestigten sich zu Kalkstein, Mergel und Tonstein – den Gesteinen, aus denen die Schwäbische Alb heute überwiegend besteht.
Ammoniten und andere Fossilien im Juragestein erzählen noch heute von dieser längst vergangenen Unterwasserwelt.
Mehr über das JurameerHebung der Gesteinsschichten
Aus Meeresboden wird Mittelgebirge
Als sich das Meer zurückzog, blieben seine Gesteinsschichten zurück. Im Zuge großräumiger Bewegungen der Erdkruste wurden sie später angehoben und nach Südosten geneigt. Die Schichten liegen deshalb heute am Nordwestrand der Alb höher als im Südosten.
Erst die anschließende Abtragung legte die unterschiedlich widerstandsfähigen Gesteine frei und formte daraus nach und nach das heutige Mittelgebirge.
Verwitterung & Erosion
Wind und Wetter formen die Landschaft
Regen, Frost und fließendes Wasser verändern die Landschaft seit Millionen von Jahren. Dabei werden weichere Gesteinsschichten schneller abgetragen als der widerstandsfähige Kalkstein des Oberjura.
So bildete sich die für die Schwäbische Alb typische Schichtstufenlandschaft: das Albvorland, der markante Albtrauf und die Hochfläche dahinter. Auch heute verändern Abtragung und Hangrutschungen den Albtrauf.
Die Landschaftsräume entdeckenKarst & Höhlen
Wasser bahnt sich seinen Weg
Wasser formt die Schwäbische Alb nicht nur an der Oberfläche. Regenwasser versickert durch Klüfte im Kalkstein und löst das Gestein über lange Zeiträume langsam auf. So können unterirdische Spalten zu Gängen und Höhlen werden.
Diese sogenannte Verkarstung erklärt viele Besonderheiten der Alb: Höhlen, Dolinen, Trockentäler und Karstquellen. Das Wasser fließt vielerorts unterirdisch weiter und tritt erst an Quellen wieder zutage.
Mehr über die KarstlandschaftKulturlandschaft
Der Mensch prägt die Landschaft
Die Gesteine bilden das Fundament, doch das heutige Landschaftsbild ist auch das Ergebnis menschlicher Nutzung. Über Jahrhunderte prägten Schafbeweidung, Ackerbau und Obstbau weite Teile der Alb.
Durch die traditionelle Schäferei blieben offene Wacholderheiden und artenreiche Magerrasen erhalten. Am Albtrauf und im Vorland prägen Streuobstwiesen vielerorts das Landschaftsbild. Beide Lebensräume sind auf eine fortgesetzte Pflege und Bewirtschaftung angewiesen.